Politische Krise in Kasachstan

Politische Krise in Kasachstan

Nach gewaltsamen Protesten in Kasachstan in den vergangenen Tagen hat Präsident Tokajew am 7. Januar 2022 erklärt, die Lage im Land sei wieder unter Kontrolle. In den Medien war nachträglich von bis zu 226 Toten, 2000 Verletzten und bis zu 10.000 bei Protesten festgenommenen Personen die Rede. Im Südosten des Landes, waren die Ausschreitungen besonders heftig. Das Innenministerium teilte mit, 26 "bewaffnete Kriminelle" seien "liquidiert" und mehr als 3000 festgenommen worden. Aufseiten der Sicherheitskräfte seien 18 Polizisten und Nationalgardisten getötet worden.

Die Proteste wurden durch eine von der Regierung verhängte Erhöhung von Treibstoff-Preisen ausgelöst. Kurz darauf trat die Regierung zurück und machte die Preiserhöhung für Autogas rückgängig, doch das hat die Menschen nicht beruhigt. Viele werfen den Behörden und der Elite des ölreichen zentralasiatischen Landes vor, sich zu bereichern, während die meisten der 19 Millionen Einwohner arm bleiben.

Auf Bitten Kasachstans hatte Russland im Rahmen eines gemeinsamen Militärbündnisses Soldaten zur Unterstützung geschickt. Die Soldaten sollen Regierungsgebäude und kritische Infrastruktur schützen - und solange im Land bleiben, bis sich die Lage komplett beruhigt hat.


Zu Kasachstans Verpflichtungen im Rahmen der OSZE zur Wahrung der Grundfreiheiten gehörten auch die Wahrung des freien Zugangs zu Informationen, die Presse- und die Versammlungsfreiheit. In der aktuellen Situation sind diese offenkundig nicht gewahrt.


Wir können noch nicht abschätzen, in welcher Weise diese Entwicklungen unsere Pläne für Hilfstransporte, Besuchsreisen und Aktionen in Kasachstan im laufenden Jahre beeinflussen werden. Alle, denen Kasachstan am Herzen liegt, bitten wir um Gebet für dieses Land in der gegenwärtigen Krise.


Als gemeinnütziger Verein sind wir dankbar für Spenden, um den Menschen in Kasachstan weiterhin in jeder uns möglichen Weise zu helfen. Vielen Dank.